In-vitro-Fertilisation (IVF) ist eine unterstützte Fortpflanzungsmethode, bei der Eizellen und Spermien in einer Laborumgebung zusammengebracht werden und der entstehende Embryo in die Gebärmutter eingesetzt wird. Sie ist die wirksamste Behandlungsoption für Paare, die keine Kinder bekommen können, und die Türkei zählt mit ihren erfahrenen Zentren, modernen Embryologielaboren und erschwinglichen Kosten zu den weltweit führenden Ländern in diesem Bereich.
Schneller Überblick
- Ein Behandlungszyklus: Etwa 4–6 Wochen
- Eizellentnahme: 15–20 Minuten unter leichter Narkose
- Embryotransfer: Ohne Narkose, wenige Minuten
- Ergebnistest: Bluttest 10–12 Tage nach dem Transfer
- Hauptfaktor für den Erfolg: Frauenalter
- Patienten aus dem Ausland: 18–21 Tage bei einmaliger Reise oder zwei separate Reisen
Was ist IVF-Behandlung?
Bei der in vitro fertilization (IVF), medizinisch als Reagenzglasbefruchtung bekannt, wird die Befruchtung, die auf natürliche Weise nicht stattfinden kann, unter Laborbedingungen ermöglicht. Die Eierstöcke werden mit Medikamenten stimuliert, um die Entwicklung mehrerer Eizellen zu fördern, die reifen Eizellen werden entnommen, mit Spermien befruchtet und der sich entwickelnde Embryo wird in die Gebärmutter eingesetzt.
Wenn ein Paar trotz regelmäßigen und ungeschützten Geschlechtsverkehrs innerhalb eines Jahres nicht schwanger wird, wird dies als Infertilität (Unfruchtbarkeit) definiert. Wenn die Frau über 35 Jahre alt ist, wird dieser Zeitraum auf sechs Monate verkürzt. Allerdings ist IVF nicht immer der erste Schritt; je nach Ursache können einfachere Behandlungen vorrangig sein.
Ursachen für Unfruchtbarkeit
| Quelle | Hauptursachen |
|---|---|
| Weibliche Ursachen | Ovulationsstörungen (PCOS), verstopfte Eileiter, Endometriose, verminderte Eierstockreserve, intrauterine Verwachsungen und Myome |
| Männliche Ursachen | Störungen der Spermienanzahl, Beweglichkeit oder Form, Varikozele, Fehlen von Spermien (Azoospermie), hormonelle und genetische Ursachen |
| Beide Partner | Ein erheblicher Teil der Fälle weist einen Beitrag beider Seiten auf |
| Ungeklärt | Unfähigkeit, eine Schwangerschaft zu erreichen, trotz normaler Tests |
Die Bewertung sollte immer als Paar durchgeführt werden. Ein Prozess, bei dem nur die Frau untersucht wird, führt in einem erheblichen Teil der Fälle zu Zeitverschwendung.
Behandlungsstufen
Unterstützte Fortpflanzungsbehandlungen werden je nach Art des Problems schrittweise geplant. Der direkte Übergang zu IVF ist nicht immer richtig; in einigen Fällen (verstopfte Eileiter, fortgeschrittener männlicher Faktor, fortgeschrittenes Alter) müssen jedoch Stufen übersprungen werden.
1. Ovulationsinduktion
Bei Frauen mit Ovulationsproblemen wird die Eizellentwicklung mit Tabletten oder Injektionsmedikamenten unterstützt, mittels Ultraschall überwacht und der Geschlechtsverkehr zeitlich geplant. Dies ist die einfachste und wirtschaftlichste Stufe. In der Regel werden 3–6 Zyklen versucht.
2. Intrauterine Insemination (IUI)
Im Labor vorbereitete und konzentrierte Spermien werden mit einem feinen Katheter direkt in die Gebärmutter eingeführt. Der Eingriff ist schmerzlos und dauert nur wenige Minuten. Es ist erforderlich, dass mindestens ein Eileiter offen ist. Sie eignet sich für leichte bis mittelschwere männliche Faktoren und ungeklärte Unfruchtbarkeit. Üblicherweise wird nach 3–4 Versuchen ohne Erfolg zu IVF übergegangen.
3. In-vitro-Fertilisation (IVF / ICSI)
Sie wird angewendet, wenn andere Verfahren erfolglos waren oder von vornherein nicht geeignet sind. Verstopfte Eileiter, fortgeschrittener männlicher Faktor, fortgeschrittenes Alter, verminderte Eierstockreserve und fortgeschrittene Endometriose sind direkte Indikationen für IVF.
IVF-Verfahren und Labortechniken
Klassische IVF und Mikroinjektionen (ICSI)
Bei klassischer IVF werden Eizelle und Spermien in denselben Behälter gegeben und die Befruchtung erfolgt spontan. Bei der ICSI (Mikroinjektionen)-Methode wird dagegen ein einzelnes Spermium unter dem Mikroskop mit einer speziellen Nadel direkt in die Eizelle injiziert. Sie wird bei Fällen mit männlichem Faktor und bei früheren Zyklen mit Befruchtungsproblemen bevorzugt; heute werden die meisten Verfahren mit ICSI durchgeführt.
IMSI und PICSI
IMSI ist die Auswahl von Spermien unter sehr hoher Vergrößerung. PICSI ist ein Verfahren zur Bewertung der Spermienreife. Sie kommen bei wiederholten Fehlschlägen und hoher Spermien-DNA-Schädigung bei ausgewählten Patienten in Frage; eine routinemäßige Anwendung bei allen Patienten wird nicht empfohlen.
TESE und Mikro-TESE
Bei Männern ohne Spermien in der Samenflüssigkeit (Azoospermie) wird Spermium chirurgisch aus dem Hodengewebe gewonnen. Mikro-TESE ist die Auswahl und Entfernung von Tubuli, die unter dem Mikroskop Spermienproduktion zeigen, und bietet mit weniger Gewebeschaden eine höhere Chance auf Spermiengewinnung. Die gewonnenen Spermien werden mit ICSI verwendet oder gefroren und gelagert.
Blastozystentransfer
Dies ist die Überwachung von Embryonen im Labor bis zum 5. Tag. Da Embryonen, die dieses Stadium erreichen, ein höheres Entwicklungspotenzial haben, erhöht sich die Auswahlmöglichkeit. Wenn die Anzahl der Embryonen begrenzt ist, kann ein Transfer am 3. Tag bevorzugt werden.
Gefrieren von Embryonen und Eizellen (Vitrifikation)
Nach dem Transfer werden hochwertige überschüssige Embryonen mit einer schnellen Gefriertechnik konserviert. Dadurch können bei späteren Versuchen gefrorene Embryotransfers (FET) durchgeführt werden, ohne dass die Eierstockstimulation und Eizellentnahme wiederholt werden müssen. Dies reduziert sowohl die Kosten als auch die Belastung für den Körper. Das Gefrieren von Eizellen kann unter medizinischen Indikationen durchgeführt werden.
Präimplantations-Genetiktest (PGT)
Dies ist die genetische Untersuchung einiger Zellen, die vor dem Transfer aus dem Embryo entnommen werden. PGT-A bewertet die Chromosomenzahl, PGT-M dagegen eine in der Familie bekannte monogenetische Erkrankung. Sie kommt bei fortgeschrittenem Frauenalter, wiederholten Fehlgeburten, wiederholten Transferfehlschlägen und Trägerstatus für erbliche Krankheiten in Frage. Eine Routineanwendung bei allen Patienten wird nicht empfohlen.
Time-Lapse (Kontinuierliche Bildgebung)-Systeme
Ermöglichen die kontinuierliche Überwachung von Embryonen, ohne sie aus dem Inkubator zu nehmen. Reduziert Schwankungen in den Umgebungsbedingungen und trägt zur Embryonenauswahl bei.
Hinweis zu zusätzlichen Verfahren
Die Hinweise auf die Verbesserung der Lebendgeburtsraten durch zusätzliche Verfahren wie Endometriale-Empfänglichkeitstests, unterstützte Schlüpfung (assisted hatching), Embryo-Leim, endometriale Läsion und verschiedene Immunbehandlungen sind begrenzt und umstritten. Diese Verfahren erhöhen die Kosten. Sie haben das Recht zu fragen: „Auf welcher Evidenz basiert dieses zusätzliche Verfahren für meine besondere Situation?"
Vor der Behandlung erforderliche Tests
- Eierstockreserve: AMH-Bluttest und Zählung antralfollikulärer Follikel per Ultraschall
- Hormonprofil: FSH, LH, Östradiol, TSH, Prolaktin
- Bewertung von Gebärmutter und Eileitern: Ultraschall, erforderlichenfalls Hysterosalpingographie (HSG) oder Hysteroskopie
- Samenanalyse: Wiederholung bei Bedarf; bei fortgeschrittenen Fällen DNA-Fragmentations-Test
- Infektions-Screening: Hepatitis B-C, HIV, Syphilis für beide Partner
- Genetische Bewertung: Karyotyp-Analyse bei wiederholten Fehlgeburten, Azoospermie oder familiärer Vorgeschichte
Behandlungsprozess Schritt für Schritt
| Phase | Was wird getan? | Dauer |
|---|---|---|
| 1. Vorbereitung | Tests, Protokollauswahl, ggfs. Vorbehandlung | 2–4 Wochen |
| 2. Eierstockstimulation | Tägliche Injektionen, 2–3 Ultraschall- und Blutuntersuchungen | 8–12 Tage |
| 3. Ovulationsauslöser-Injektion | Finaler Reifungsschritt der Eizellen | 34–36 Stunden vor Eizellentnahme |
| 4. Eizellentnahme | Unter leichter Narkose unter Ultraschallkontrolle | 15–20 Minuten |
| 5. Befruchtung | ICSI oder klassische IVF am selben Tag | Selber Tag |
| 6. Embryonenüberwachung | Entwicklung wird überwacht, Transfertag wird bestimmt | 3–5 Tage |
| 7. Embryotransfer | Einbringung mit feinem Katheter in die Gebärmutter, keine Narkose erforderlich | Wenige Minuten |
| 8. Unterstützende Therapie | Progesteronunterstützung | Bis zum Testtag |
| 9. Schwangerschaftstest | Messung von beta hCG im Blut | 10–12 Tage nach dem Transfer |
Bei Patienten, bei denen ein Langprotokoll angewendet wird, kann der Prozess aufgrund der Unterdrückungsphase vor der Stimulation um etwa zwei Wochen verlängert werden. Ein vollständiger Zyklus dauert durchschnittlich 4–6 Wochen.
Erfolgsquoten
Der stärkste Faktor für den Erfolg bei IVF ist das Alter der Frau. Mit zunehmendem Alter sinkt die Eizellenzahl und steigt die Rate chromosomaler Fehler; dies verringert direkt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Embryo zu einer gesunden Schwangerschaft führt.
| Frauenalter | Lebendgeburtenrate pro Transfer (ca.) |
|---|---|
| Unter 35 Jahren | 35–45% |
| 35–37 | 30–35% |
| 38–40 | 18–25% |
| 41–42 | 8–15% |
| 43 Jahre und älter | Unter 5% |
Wie man Erfolgsquoten-Zahlen liest
- Welches Maß? „Schwangerschaftsrate" und „Lebendgeburtenrate" sind unterschiedliche Dinge. Das aussagekräftige Maß ist die Lebendgeburtenrate.
- Pro was? Ob pro begonnenem Zyklus oder pro Transfer berechnet, ändert das Ergebnis erheblich.
- Welche Patientengruppe? Ein Zentrum, das nur junge und prognostisch günstige Patienten akzeptiert, hat natürlich höhere Quoten.
- Kumulative Chancen: Auch wenn die Quote eines einzelnen Zyklus niedrig erscheint, erhöht sich die Gesamtchance nach drei Zyklen mit eingefrorenen Embryotransfers erheblich.
Weitere Faktoren, die den Erfolg beeinflussen
- Eierstockreserve (AMH und Anzahl antralfollikulärer Follikel)
- Spermienparameter und DNA-Integrität
- Struktur der Gebärmutterschleimhaut; Vorhandensein von Myomen, Polypen oder Verwachsungen
- Body-Mass-Index: Sowohl Übergewicht als auch Untergewicht verringern die Chancen
- Rauchen: Nachteilig für beide Partner
- Qualität des Embryologielabors und Erfahrung des Teams
Risiken und Nebenwirkungen
- Ovarielles Überstimulationssyndrom (OHSS): Kann mit Bauchauftreibung, Schmerzen und Flüssigkeitsansammlung einhergehen. Mit modernen Protokollen und Embryonen-Gefrier-Strategien ist die Rate schwerer OHSS deutlich gesunken.
- Mehrlingsschwangerschaften: Da dies das Risiko für Frühgeburten und niedriges Geburtsgewicht erhöht, ist die Anzahl der transferierten Embryonen gesetzlich begrenzt.
- Eileiterschwangerschaft: Selten; wird durch frühes Ultraschall-Monitoring erkannt.
- Komplikationen durch Eizellentnahme: Blutungen und Infektionen sind sehr selten.
- Emotionale Belastung: Ist genauso wichtig wie die medizinische Seite. Erwartungsmanagement und bei Bedarf psychologische Unterstützung sollten als Teil der Behandlung gelten.
Rechtlicher Rahmen in der Türkei
Unterstützte Fortpflanzungsverfahren in der Türkei werden durch die Verordnung für unterstützte Fortpflanzungstechnologien (ÜYTE) des Gesundheitsministeriums detailliert geregelt. Zentren sind lizenziert und werden regelmäßig überprüft. Vor der Planung der Behandlung ist es notwendig, diese Regeln zu kennen.
Was internationale Patienten unbedingt wissen müssen
- Eizell-, Spermien- und Embryonenspende sind in der Türkei verboten. Die Behandlung kann nur mit den eigenen Fortpflanzungszellen des Paares durchgeführt werden.
- Leihmutterschaft ist verboten.
- Die Behandlung ist gesetzlich auf verheiratete Paare begrenzt;
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